Positionen

Abstimmungen

Die Urabstimmung des Sturas zum MDV-Ticket zeigt, dass Abstimmungen nicht zwingend demokratisch sein müssen. Das klingt paradox. Der Stura hat bei der Abstimmung nur bestimmte Antwortmöglichkeiten vorgegeben. Entweder wählte ein Student das alte oder das neue Ticket. Jedoch gab es nicht die Option, dass Studenten sich auch gegen ein Ticket entscheiden können müssen. Studenten die teure Wohnungen in der Stadt beziehen sollen für die Kommilitonen, welche die Tram nutzen oder in Leipzig wohnen bleiben, zahlen. Der Stura verneinte unsere Forderung einer weiteren Option. Der Stura begründet, dass eine Finanzierung der tramfahrenden Kommilitonen eine „zumutbare Belastung aus solidarischen Gründen“ ist. Dem widersprechen wir. Aus sozialer Hinsicht ist dies nicht zumutbar!

Zivilklausel

Wer die Ablehnung von Beteiligung der Wissenschaft und Forschung mit militärischer Nutzung bzw. Zielsetzung  fordert, legt sich selbst Scheuklappen an und verhindert blind viele Forschungsprojekte sowohl im naturwissenschaftlichen als auch gesellschaftswissenschaftlichen Bereich. Eine Zivilklausel könnte dazu führen, dass Forschung an beispielsweise Medikamenten und Baustoffen massiv eingeschränkt wird. Die Liberalen Hochschulgruppen lehnen uneingeschränkte Zivilklauseln ab und setzen sich für eine freie Forschung ein, in der jeder Wissenschaftler die Verantwortung für seine Arbeit übernimmt und im Einzelfall entscheidet, ob ein Projekt und eine Kooperation dem Status der Hochschule als zivile Einrichtung gerecht wird.

Studienzeitverkürzung

Um die durchschnittlichen Studienzeiten zu senken, müssen die Studienbedingungen sowohl in Bezug auf die Prüfungsordnungen als auch auf die Ausstattung unserer Hochschule verbessert werden. Die so häufig kritisierten überlangen Studienzeiten bedürfen keiner administrativen Zwangsregelungen zur „Motivation“ der Studierenden.

Durch die Ineffizienz, die zur Verlängerung der Studienzeit führt, entsteht ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden. Dafür sind mangelnde Informationen über Praktika, Kontingentierung von Seminar- und Abschlussarbeiten und die Nichtanerkennung von Studienleistungen nach Studienortwechsel sowie die Eigenfinanzierung des Studiums mitverantwortlich. Allen Studierenden sollte es ermöglicht werden, ihr Studium in der von ihnen als angemessen erachteten Zeit abzuschließen. Dazu können auch ein Entrümpeln der Studienpläne und die bessere Ausnutzung der an der Universität vorhandenen Ressourcen beitragen. Auch ein Trimester-Betrieb (in einzelnen oder in mehreren Studiengängen) sollte diskutiert werden.

Wissenschaftlicher Nachwuchs

In den nächsten Jahren wird ein großer Teil der derzeitigen Professoren emeritiert werden. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass engagierte und qualifizierte junge Wissenschaftler an ihre Stelle treten, damit das Niveau der deutschen Hochschulen nicht unter dieser Entwicklung leidet. Angemessen dotierte Promotionsstipendien und eine ausreichende Anzahl an Assistenzstellen müssen gewährleisten, dass junge Akademiker frühzeitig eigene Wege in der Wissenschaft einschlagen können. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist daher eine der vordringlichen Aufgaben der Hochschule. Es ist Aufgabe der Lehrenden, das Interesse der Studierenden für eine wissenschaftliche Laufbahn zu fördern. Insbesondere für Frauen sollen neuartige Förderungsinstrumente entwickelt werden, da sich die bisher bestehenden als nicht zielführend erwiesen haben.

Studienfinanzierung

Ein Hochschulstudium muss unabhängig von sozialer Herkunft und sozialen Umständen möglich sein. Ein Teil der langen Studienzeiten resultieren aus der Tatsache, dass immer mehr Studierende während ihres Studiums arbeiten müssen, um ihr Studium zu finanzieren. Aus diesen Gründen muss eine neue Form der finanziellen Studienförderung gefunden werden. Kriterien für eine Ausbildungsförderung sollten in erster Linie Elternunabhängigkeit, Bedarfsdeckung, Flexibilisierung der finanziellen Unterstützung sowie die Verringerung des Verwaltungsaufwands sein.

Die Förderung von hochbegabten Studierenden durch private und öffentliche Stiftungen ist weiter auszubauen. Die an den Hochschulen existierenden Möglichkeiten von Promotionsstipendien reichen nicht aus und müssen verstärkt werden.

Wissenschaft und Praxis

Unternehmen wollen Praktiker, Einsteiger mit Berufserfahrung. Erlerntes Wissen muss angewandt, präsentiert und verkauft werden. Praxiserfahrung ist der Schlüssel zum Einstieg in das Berufsleben und sollte daher in allen Studiengängen gefördert werden. Nur so kann ein fließender Übergang vom Studium in die Erwerbstätigkeit stattfinden. Gleichzeitig muss aber weiter die Möglichkeit eines wissenschaftlichen Studiums gewahrt bleiben. Besonders für Forschung und Wissenschaft sind Theoretiker wichtig, die eine fundierte Forschungstätigkeit ermöglichen.
Der Schwerpunkt muss künftig von Detailwissen auf Schlüsselqualifikationen und Methodik verlegt werden. Die Studienabläufe müssen flexibler sein. Es muss das Ziel des Studiums sein, Kompetenzen aufzubauen, anstatt zeitraubende Veranstaltungen im Prüfungsplan unterzubringen, deren Nutzen im Rahmen der Ausbildungsziele unnötig ist.

„freien zusammenschluss von studentInnenschaften“ (fzs)

Der fzs ist der „freie zusammenschluss von studentInnenschaften e.V.“ und versteht sich als Dachorganisation der Studendierendenvertretungen in Deutschland. Das trifft jedoch nicht wirklich zu. Dennoch informiert sich der Studierendenrat der MLU gerade über einen Beitritt zu dieser Organisation. Wir haben jedoch einige Gründe, warum wir gegen diese Idee sind.

1. Kaum Mitglieder

Der fzs gibt zwar an rund 90 Mitglieder zu haben, was nicht mal 1/4 der deutschen Hochschulen wäre, in Wahrheit sind jedoch nur 74 Mitglieder gelistet und somit nicht einmal jede fünfte Hochschule im fzs.

2. Unbekannt
Selbst an den wenigen Hochschulen, die Mitglied im fzs sind, kennen nur sehr wenige Studenten das Bündnis überhaupt. Dies spricht nicht gerade für dessen Arbeit.

3. Mandat überschritten
Obwohl er sich als Dachverband von Studentenvertretungen eigentlich mit hochschulpolitischen Themen auseinandersetzten sollte, arbeitet der fzs häufig an allgemein- und außenpolitischen Themen wie der Abschaffung von Nationalstaaten. Dafür sollten die Gelder unserer Studenten nicht verwendet werden!

4. Extremistisch
Der fzs unterstützt offen linksextreme Gruppen. Zum Tag der deutschen Einheit, der von  einem der Vorstandsmitglieder als „Ausgeburt des Nationalismus“ bezeichnet wurde, unterstützte der fzs eine Demo in Frankfurt, bei der das Zelt des Bundesrates gestürmt wurde und 2 Polizeibeamte verletzt wurden. Mit Straftätern wollen wir nichts zu tun haben!

5. Teuer
Die Mitgliedschaft im fzs würde unsere Studierendenschaft ungefähr 16.000€ im Jahr kosten. Das Geld unserer Studenten könnte vor Ort besser verwendet werden.

Zuletzt haben sich die Studenten der Uni Bonn in einer Urabstimmung und das Studierendenparlament der Hochschule Niederrhein gegen die weitere Mitgliedschaft im fzs entschieden. Wir sind der Meinung, dass der StuRa auf diese Signale achten und die Idee eines Beitritts zum fzs verwerfen sollte.

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