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LHG gegen Quote im StuRa

Offenbar scheint es an unserer Universität doch nicht so schlecht zuzugehen, wie es einige Hochschulgruppen behaupten, wenn – so suggerieren es zumindest die Tagungslisten des StuRas – eines der größten Probleme die Reihenfolge der Redebeträge dieses Gremiums ist. Aber einmal angenommen, dem wäre so:

Wer der Auffassung ist, eine quotierte Rednerliste würde in irgendeiner Form für Gleichberechtigung sorgen, der sollte sich selbst fragen, inwieweit dadurch etwa mehr Dozentinnen eingestellt werden oder weniger diskriminierende oder sexistische Handlungen an unserer Universität an den Tag gelegt werden

Wer meint, damit „männlich-dominantes Redeverhalten“ unterbinden zu können, der sollte sich fragen, ob er es nicht selbst ist, der Sexismus in Form überholter Rollenklischees verbreitet: Er unterstellt, jeder Mann sei aggressiv und undiplomatisch, während jede Frau verschüchtert und nicht in der Lage sei, ihre Argumente durchsetzungsstark an den Mann oder die Frau zu bringen. Es ist schwer einzusehen, dass gerade Leute, die an derartig altbackenen Auffassungen festhalten, in der Lage sein sollen, für Geschlechtergerechtigkeit zu sorgen.

Viel schlimmer wiegt allerdings, dass damit der eigentliche Sinn jeder Debatte von den Befürwortern einer quotierten Redeliste offenbar nicht verstanden wurde. Denn idealerweise sollte auf einen im StuRa aufgekommenen Wortbeitrag eine Reaktion folgen, die zum angesprochenen Thema passt – unabhängig davon, wer diese Reaktion vorbringt. Wenn jemand sich nun hierzu äußern möchte, aber dies nicht kann, weil er oder sie das falsche Geschlecht hat, kann keine flüssige Diskussion entstehen, wenn sich leider niemand findet, der sich vom richtigen Geschlecht zur Frage äußern möchte. Keine Debatte kann stringent oder gar verständlich sein, wenn Leute in der Rednerliste nach vorne oder hinten geschoben werden, um eine Quote zu erfüllen, anstatt in der Reihenfolge sinnvolle Beiträge liefern zu können. Offenbar war das oberste Ziel der Befürworter einer quotierten Rednerliste: Es ist völlig egal, ob eine Debatte zustande kommt – Hauptsache, diese Debatte diskriminiert niemanden

Daher lehnt die Liberale Hochschulgruppe die quotierte Rednerliste ab und schließt sich dahingehend dem RCDS an. Der StuRa möge sich bitte wieder mit sinnvollen und vor allem inhaltlichen Themen beschäftigen, anstatt über völlig absurde formale Regelungen innerhalb des Gremiums zu fantasieren, die keiner Debatte und keinem Bemühen nach Gleichberechtiung helfen können.

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